Mangel an Deutscheneigenschaft

Ich wurde im September 2002 von der RegierungsAmtsfrau Westkämper, Deutsche Botschaft Kingston, ausgebürgert (ihr Spitzname in der kleinen deutschen Kolonie dort lautet „GeStaPo-Fresse“). Alle vier Jahre, vor den Bundestagswahlen, verschickte sie einen

"Wichtigen Hinweis für Deutsche mit doppelter Staatsangehörigkeit"

Folgerung: AUSLANDSDEUTSCHE DÜRFEN DURCHAUS EINE DOPPELTE STAATSANGEHÖRIGKEIT HABEN, UND FAST ALLE HIER – SELBST JENE; die seit Jahrzehnten nur hier wohnen – haben zwei Pässe.


Was muß man beachten, bevor man eine zweite Staatsangehörigkeit beantragt? Man muß die Genehmigung bei der „Heimatbehörde“ einholen. Weist die dt. Botschaft darauf hin? NEIN. Dieser WICHTIGE HINWEIS auf ein ominöses „Staatsangehörigkeitsgesetz“ lag in meinem Fall im Zi. 109 „Standesamt/ Einbürgerungen“ des Ratinger Rathauses aus. NICHT IN DER BOTSCHAFT! Also machte ich im Herbst `94 einen kleinen Formfehler, als ich die Einbürgerung beantragte und im Januar `95 erhielt. Darf man daher ausgebürgert werden in Deutschland?
 

NEIN! „DIE AUSBÜRGERUNG GEGEN DEN WILLEN DES BETROFFENEN IST IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND VERBOTEN (Art. 16, Abs. 1 GG). Man darf aber die sog. „Entlassung aus der Staatsangehörigkeit“ beantragen.


Also wurde ich Opfer eines „neofaschistischen Bubenstücks“ (RA, Notar und Autor Dr. H. Hannover, Worpswede). Wurde dieses durch Joschka Fischer, den ich am 16.10.02 anschrieb und dessen rechte Hand Joschka Schmierer, der meinen nun „Offenen Brief“ als Fax am 29.11.02 persönlich entgegennahm, durch eine e-mail an ihre Subalterne in Kingston aus der Welt geschafft? NEIN. Der populärste Politiker Deutschlands „bat“ seinen Hausjuristen Dr. Meißner nicht nur, mir „zu antworten“ (AA, Bf. Vom 2.12.02); sondern auch, diesen Verfassungsbruch vor dem Verwaltungsgericht Berlin zu vertreten. Und was bemängelt dieser neben meinem kleinen Formfehler? Einen Mangel an „DEUTSCHENEIGENSCHAFT, AN DIE DER BESITZ DES REISEPASSES MASSGEBLICH ANKNÜPFT“ (Stellungnahme des AA ans VerwGer Bln., 16.12.02)! Dies erinnert sofort an Friedrich Wilhelm IV., der 1843 schrieb:
 

„Die schnöde Judenclique legt täglich mit Wort, Schrift und Bild die Axt an die Wurzel des DEUTSCHEN Wesens.“


Natürlich bin ich stolz darauf, in der Tradition der „Judenclique“ von Heinrich Heine über Erich Mühsam bis Erich Fried zu stehen. Noch in der Klageerwiderung vom 13. März 2003 schreibt Dr. Meißner:
 

DENN DER KLÄGER IST NICHT ZUM BESITZ EINES DEUTSCHEN REISEPASSES BERECHTIGT, SOLANGE NICHT SEINE EIGENSCHAFT ALS DEUTSCHER FESTSTEHT.


In meiner Erwiderung vom 2. Juni (sic!) 2003 wies ich darauf hin, dass Heinrich Himmler in den Konzentrationslagern große Tafeln anbrachte mit der Aufschrift
 

ES GIBT EINEN WEG ZUR FREIHEIT. SEINE MEILENSTEINE LAUTEN: GEHORSAM, FLEISS, EHRLICHKEIT, NÜCHTERNHEIT, SAUBERKEIT, OPFERSINN, ORDNUNG, DISZIPLIN UND LIEBE ZUM VATERLAND“.


Und fragte: „Sind dies die DEUTSCHEN EIGENSCHAFTEN, DIE DAS AUSWÄRTIGE AMT IM JAHRE 2002/3 VON MIR ERWARTET?

Schon Goethe hat man oft seinen „Mangel an Vaterlandsliebe“ vorgeworfen. Dem hat er unmittelbar vor seinem Tode das stolze Wort entgegengesetzt:
 

Wenn ein Dichter lebenslang bemüht war, schädliche Vorurteile zu bekämpfen, engherzige Ansichten zu beseitigen, den Geist seines Volkes aufzuklären, dessen Geschmack zu reinigen und dessen Gesinnungs- und Denkweise zu veredeln: was soll er denn da Besseres tun, und wie soll er denn da patriotischer wirken?


Mein Antrag beim Bundesverwaltungsamt Köln zur Wiedereinbürgerung, log Dr. Meißner, würde „die Deutsche Botschaft Kingston nach Kräften unterstützen“ (Bf. An den Schriftstellerverband, 10. Juni 03). Und wie tat und tut sie das? In dem sie den Stempel
 

ERWERBSTÄTIGKEIT
NICHT GESTATTET


in das Visum für die Schengener Staaten in meinen jamaikanischen Paß knallt. Es wäre ja noch schöner, jenem immer noch antiautoritären Angehörigen der „schnöden Judenclique“ zu erlauben, sein jämmerliches Einkommen als Schriftsteller durch Arbeit in einem Theater oder Verlag aufzubessern! Wer seit seinem 14. Lebensjahr zudem noch „völlig verniggert“ ist, hat die Konsequenzen zu tragen und ordnungsgemäß zu verhungern.
 

Wer da etwas anderer Meinung ist, sollte Mitglied werden bei

„Jamaican Respect in Europe“, IRIE e.V.
(c/o Purmann, Leibnizstr. 62, D-10629 Berlin)
Mitgliedsbeiträge und Spenden auf das
Konto 1429001
Volksbank Worpswede BLZ 29166568
– RA – Anderkonto Dr. Hannover)

IRIE e.V. vergibt an Paupers in Portland Stipendien. Steuerabzugsfähig.

Rose Hill, im November 2003
ppz

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